Jenseits von Eden oder ich wollte doch liegen bleiben

Jenseits von Eden oder ich wollte doch liegen bleiben

 

L10A0800ende_kleinIn ihrem Lied die Trägheit beschreibt Annett Louisan so wunderbar mein Samstagsvorhaben.

Nach einer Woche voller Retuschen und Yoga ( jeden Tag 2 Stunden, wer macht denn sowas?) Hatte mein Körper Ruhe angemeldet und ich war absolut bereit sie ihm zu geben.

Ein wenig Applaus für soviel Vernunft nach all der Unvernunft der vergangenen Woche wäre jetzt ganz schön.

Also im Bett frühstücken, liegenbleiben bis er Rücken schmerzt, dann um 12:00Uhr  ab zu Jutta Briese und meiner ehemaligen „Betriebsportyogatruppe“, danke liebe Marlene  für diese Wortschöpfung, in den Briesestudios  zum Kaffeetrinken, Kuchen essen (Jutta hatte am Wochenende Geburtstag und ich wusste, sie gibt Kuchen aus) und Unsinn erzählen.

Herrlich!

Als der Tag schon fast geschafft war, ich preisverdächtig bewegungslos den Rückenschmerzen mit Kaffee, RTL und Schokie trotzte, klingelt das Telefon.

Christian Langbehn der Fotochef der Bildzeitung war dran und fragte ob ich in 1 Stunde unten in Övelgönne Larissa Schmitt die Frau von Nino de Angelo fotografieren könne, er hätte von den Kollegen der Redaktion einen ausgezeichneten TATORT Fotografen aus Hamburg vorgeschlagen bekommen und nun Sorge, dass die Optik nicht ganz das wird, was er sich zu dem Thema vorstellt.  

Darum würde er gerne, dass ich den Job mache.

Um Ehrlich zu sein, es gibt kaum etwas Schlimmeres für mich, als vollkommen unvorbereitet ohne Assi , kurz vor der Dunkelheit, loszuziehen und Fotos zu machen, die am nächsten Morgen um 9:00 Uhr in der Redaktion sein müssen.

Loszuziehen?

Nein, wie von der Tarantel gestochen loszurauschen, denn Övelgönne ist nicht ums Eck.

Und s.o. ich war so was von unvorbereitet! Datensicherung vor Ort war dann auch  nicht möglich, in meiner Fototasche gab es kein einziges Firewirekabel, die lagen alles schön auf der Fensterbank im Office.

Hey es war 16:30 Uhr, bis ich in Övelgönne wäre , wäre  es maximal noch 1 Stunden hell, wobei hell ein Euphemismus ist.

Aber man soll ja nicht feige sein, man wächst an seinen Aufgaben oder geht daran unter.

Nachdem ich mein OK ja mach ich fertig gestottert hatte rannte ich los.

Nino de Angelo habe ich vor Ewigkeiten mal fotografiert und nun war ich gespannt auf Larissa Schmitt , zumal es in meinem Telefonverzeichnis bereits  eine Larissa Schmidt gibt.
Achtung das ist jetzt mal ausnahmsweise kein Tippfehler! Die andere Larissa lebt in München, ist zwar ähnlich alt wie Nino´s Larissa, sogar die Haarfarbe ist gleich aber sie schreibt sich mit „dt“.
Das wäre auch zuviel des Zufalls gewesen.
Im letzten, letzten Tageslicht, habe ich dann eine ganz zauberhafte, aufgeräumte Person porträtieren dürfen und konnte dann bis spät am  Abend noch ein paar Retuschen machen, von wegen, da weiter machen wo ich aufgehört hatte. Das Projekt darf man als gescheitert betrachten.

Ein Frage aber bleibt, warum nur hat die Bildzeitung ein unretuschiertes Bild genommen, wo es doch so viele schön, retuschierte Bilder gab.
Ich werd es nie verstehen, da hätte ich mir all die Mühe sparen können. Nun denn, vielleicht versuch ich ja am nächsten Samstag erneut, meine Mission  zu beenden.

Wie singt Annett so schön:

ich bleib präzis hier liegen
das muss ich heut noch fertig kriegen
ich mach heute frei
stör mich nicht dabei
das ist jetzt ziemlich dringend
wenn’s nicht gelingt

muss ich morgen noch mal ran

Und wer will das schon!