Comedy Tourette – mein Tag mit Martina Hill

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Comedy Tourette – mein Tag mit Martina Hill

Eigentlich wollte ich ja schreiben: „Vor 2 Jahren..”, aber ich muss feststellen, die Zeit rennt wie immer schneller, als ich wahrhaben will. Neuer Versuch… Vor 4 Jahren habe ich Martina Hill für das Magazin Petra fotografiert. Bis dato hatte ich noch nie eine so unkomplizierte, liebenswerte und leidensfähige Künstlerin vor der Kamera.

Es war Januar, es war scheisskalt und feucht, (das Haus, in dem wir fotografierten stand seit 1 Jahr leer), es war lang (12 Stunden), Martina hatte immer eher wenig an (Sommerkollektion) und trotzdem war sie ein Schatz, sie hat nie auch nur einen Mucks gemacht oder ansatzweise gejammert!

Und während wir alle in Daunenparkas auf dem Set rumstanden hätte sie allen Grund gehabt!

Je te tire mon chapeau Madame!

Martina Hill. Wer? 

Abgesehen davon, daß das Goethe Institut in China ihr zu Dank verpflichtet ist, weil wegen ihrer Popularität in China nun immer mehr Chinesen Deutsch lernen wollen, kennt man sie aus „Knallerfrauen“ und „switch reloaded„.

Ja, das ist nicht ARTE, das ist nix für’s Bildungsbürgertum, aber es ist saukomisch und wie man sieht, die Chinesen mögen es auch.

An diesem Tag am Shootingende, während sie sich verabschiedete, sagte sie zu mir, dass sie das Shooting mit mir sehr genossen habe und die Bilder die wir erarbeitet hätten ganz toll fände.

(Eines davon ist aktuell das Startbild ihrer Website)

Wenn sie je ein PR Shooting für sich brauchen würde, dann würde sie sich bei mir melden.

Nun denn, danke für die Blumen dachte ich mir, schaun wir mal was kommt.

Wie gesagt, 4 Jahre ist das jetzt her! Ich hatte das fast schon vergessen.

Martina hat viele Kollegen getroffen und ich hätte es absolut verstanden, wenn sie unter den vielen großartigen Fotografen, die es da draussen gibt, einen anderen gefunden hätte, mit dem sie ihr PR Shooting realisiert hätte.

Aber sie hat Wort gehalten und das macht mich richtig glücklich.

Nun steht ein Shooting unter diesen Voraussetzungen schon mal unter einem guten Stern.

Man mag sich, man schätzt sich.

Eigentlich, denn wenn es um die eigene PR geht, dann kommen noch viele andere Faktoren mit ins Spiel. Da geht es dann nicht nur um irgendein Shooting mit einem Thema wie Sommertrends, Lingerie, Comedy etc., da geht es ans Eingemachte; nur Knallerfrau, nur Oberfläche  ist dann zu wenig. Es muss auch der Mensch Martina durchblitzen.

Martina ist für mich und auch für sich selbst so eine Art „wer bin ich und wenn  ja wieviele“ Persönlichkeit.

Sie ist unfassbar wandelbar und geht dabei wie ein Chamäleon in der gerade gespielten Rolle, ob für Foto oder Film, so sehr auf, daß sie sich selbst oft nicht wieder erkennt.

Blöd, wenn bei einem persönlichen PR Shooting der Künstler sich am Ende fragt: “ Bin  ich das?“

Tagesziel war also Knallerfrau und Martina persönlich.

Ich  spürte wie die mir selbst auferlegte Messlatte auf meinen Schultern zwickte.

Die Location gebucht über meine liebe Freundin Karin Verbeek vom Motivbuero Hamburg 

war der Traum.

Martina brachte spontan einen guten Freund, ihren Regisseur Marco Musienko, mit.

Mit ihm zusammen produziert sie seit Jahren das Format Knallerfrauen

Pooh, das konnte ja heiter werden.

Mein EGO klopfte schon mal leise an die Tür in mir.

Für einen winzigen Moment fühlte es sich komisch an, einen preisgekrönten Regisseur und guten Freund als Unterstützung, Aufpasser, Ideengeber, was auch immer, dabei zu haben?!

Aber hey, wofür sitze ich jeden morgen still auf meinem Kissen?

Mein Tip für alle: 30 Minuten Augen zu und einfach mal die Fresse halten. Die Welt wäre eine andere! Man kann gern mit 10 Minuten anfangen, auch dann wird der Tag definitiv ein anderer, besser für alle.

Sorry, ich schweife ab.

Wenn ich die Sache mit dem preisgekrönten Partypooper also wirklich gedacht hätte (ok, ich hab’s gedacht, aber wirklich nur einen ganz, ganz kurzen Moment, ehrlich) und nicht die Chance gesehen, hätte die Marco mir mit seinem Wissen um Martina und seiner Kreativität an diesem Tag eröffnete, wäre ich schön dumm gewesen.

Nun denn.

Marco war mein Geschenk des Tages: Co-Regisseur für mich, Setstyling Assistenz für Andrea Kadler, Coach für Martina, Buddy für Eva Hennings.

Vollkommen uneitel stellte er sich liebevoll in den Dienst der Sache.

Ob er auch manchmal, so wie ich, auf einem Kissen rumsitzt? Fast kam es mir so vor.

Der Tag war  lang und voll herrlichen Unsinns.

Und Martina?

Egal, ob wir Knallerfrau oder Martina fotografierten, immer wieder brach aus heiterem Himmel mitten in der Konzentration ihr Comedy Tourette durch und sie musste schnell mal für 2-3 Belichtungen ihren innern Clown rauslassen, um dann sofort wieder konzentriert weiter zu arbeiten.

Ich glaube manchmal, habe ich sogar für einen winzigen Moment Martina gesehen.

Und vielleicht hat es meine Kamera auch getan.

Schön wär’s.