Jenseits von Eden regnet es Katzen und Hunde

Jenseits von Eden regnet es Katzen und Hunde

Im Englischen sagt man „it´s raining cats and dogs“ und meint, es schüttet wie aus Eimern.

Was hat das mit jenseits von Eden zu tun? Eine ganze Menge!

Wie macht Fotograf sich das Leben schwer?

Indem er sich was wünscht, was dann tatsächlich in Erfüllung geht.

Naja, fast so eben, dann doch mit Eigendynamik und so.

Ich will das mal aufklären.

Auf dem Rückweg von Düsseldorf (Shooting Dr. med  Barbara Sturm, wir hatten es nun mehrmals davon, reicht jetzt aber  auch so langsam) rief mich Heidi Lieneweg von der Bildzeitung an.

Bildzeitung?!

Igitt!

Für so ein Blatt würde ich doch nie, niemals fotografieren sagte ich und alle meine Kommilitonen damals während des Studiums.

Die Betonung liegt auf damals vor 24 Jahren. Die Honorare der Bildzeitung sind gut, die von der Bild am Sonntag noch besser und es geht um Fotos, also was stört mich mein Geschwätz von „damals“.

Das Schöne an diesem Termin war, es war quasi ein Serial. Es ging mal wieder um Nino de Angelo und sein Frau Larissa.

Larissa habe ich ja schon einmal im März diesen Jahres fotografiert, auch für die Bildzeitung.

Es war der Beginn des „Rosenkriegs“, nun 3 Monate später die totale Versöhnung.

Heidi schrieb das Hintergrundszenario zum Shooting im Telegrammstil wie folgt:

Zitat:

„Nino und Larissa…haben bereits neue Eheringe…tragen jetzt beide das gleiche Love-Armband…. denken an Kinder…wollen sich an ihrem Hochzeitstag ein neues Eheversprechen…. dafür bekommt sie sogar ein neues Hochzeitskleid…. wollen nicht zurück in die Rosenkrieg-Wohnung….die Trennung hat ihre Liebe noch stärker gemacht.

Wir können am Sonnabend  das Interview machen.

Wir treffen uns am Blankenese Elbstrand. Dort gibt es einen Leuchtturm, eine tolle Kulisse, das ist ihr Lieblingsort.“

Soweit so gut. Heidi diktierte, da ich ja fahren musste und sie nicht noch eine Mail schreiben wollte, ihre Motivwünsche meiner Assistentin Julia in ihr iPhone.

Barfuss am Elbstrand im Sonnenuntergang, verliebt Hand in Hand, sie ihn umarmend, er sie umarmend usw…….

Tja und dann kam mein Wunsch! Mein Auto war so dreckig, von Tauben zugeschissen, von den Linden, unter denen ich hier in Hamburg immer parke, zuckrig verklebt, dass ich mir wünschte, wenn es ein Gewitter gibt, was vorhergesagt war, dann aber bitte so richtig „cats and dogs“. Denn ich hatte es ums verrecken nicht geschafft mit meinem Wagen in die Waschanlage zu fahren und es schnarchte mich schon an, in so einer Schmuddelkarre rumzufahren – kleiner Spießbürger, der ich heimlich bin. Also das mit dem Regen zur Autowäsche hat geklappt. Es scheint also doch was dran zu sein an dem „Wünsche ans Universum „schicken.

Leider habe ich vergessen meinen Wunsch sauber auszuformulieren. Es hörte einfach nicht auf zu regnen.

Da saß ich  nun mit Julia am Treffpunk in der Kajüte SB 12 und schaute auf den tristen , nassen Elbstrand. Die Temperatur war von 29° C auf 18° C gefallen, sehr unangenehm, echtes Shietwetter, aber mein Auto war sauber. Immerhin!

Stefan, mein schreibender Redakteur von der Bildzeitung rief mich an und teilte mir mit, dass sie sich in das Restaurant auf dem Süllberg zurückgezogne hätten. Larissa wolle nicht an den Strand, sie habe sich verletzt und da dürfe kein Wasser dran kommen.

Schon saß ich lecker zwischen den Stühlen. Ja der Strand war nass, ja es war nix mit Sonnenuntergang über der Elbe, ja es war kalt, ja, ja, ja….

Geschenkt.

Heidi wollte schicke Fotos und meine Opfer wollten es kuschelweich. F..k!

In bester Selbstüberschätzung ließ ich mir von Stefan Larissa ans Telefon geben. Wäre ja gelacht wenn sie nicht an die Elbe quatschen könnte, habe ich sie doch vor 3 Monaten in ihrem Leid fotografisch begleitet und mit der Kamera quasi getröstet. 

Nun wir haben dann schöne Fotos am Süllberg gemacht, die Brandblasen an ihrem Bein sahen aber auch wirklich schmerzhaft aus.

Was mich an dem Abend mal wieder zum Nachdenken gebracht hat war eine kurze Begegnung am Rande.

Ich war mit Nino und Larissa gerade dabei die möglichen Motive auf der Location zu besprechen, da kommt aus einer Hochzeitsgesellschaft von nebenan ein wildfremder  Mann auf Nino zu, platzt in unser Gespräch, laut, unhöflich, komplett ohne irgendeine Anstandsbarriere, grabscht ihn an, als gehöre das so, duzt Nino noch dazu und sagt zu Larissa (immerhin Ninos Frau), mich schon überhaupt nicht bemerkend :“Nino, du kannst nicht nur einer Frau gehören, meine Freundin wünscht sich ein Foto mit Dir, die da kann ja mitkommen, muss aber nicht unbedingt sein, wir sind ja gleich wieder zurück.“

Schon zerrt er Nino von uns weg.

Und!?

Da geht keine Faust hoch, da wird nicht der Italiener rausgeholt und der Prolet in seinem grauen Glitzeranzug in seine Schranken gewiesen. Nein nichts.

Ich meine, Nino ist aktuell so in shape, dass ich kurz darüber nachdachte zu meinem ganzen Yogakrams doch mal wieder Eisen zu stemmen. Er hätte dieses Bürschchen mit einem Schlag in den Kies schicken können.

Nino lässt es mit sich machen.

Ich frage mich, ist das der Preis, den man zahlen muss, wenn man sein Leben der Bildzeitung widmet und zu einer „öffentlichen“ Person wird.

Nee danke, da bleibe ich lieber so herrlich unbekannt wie ich bin und habe meine Ruhe.

Ich weiss nun, beim nächsten Wunsch ans Universum mache ich es besser.