Danke für den Kaffee Nicole

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Danke für den Kaffee Nicole

Ab und an schickt mich mein Management Double T Photographers zum Nase und Mappe zeigen quer durch die Republik auf sogenannte GO SEES.

Auf meinem Besuchszettel stand diesmal auch die Agentur  Havas Worldwide Germany in Düsseldorf und dort hatte ich das Vergnügen meine liebe Bekannte, die Artbuyerin der Agentur Nicole Arnold, zu treffen.

Ich mag GO SEES, endlich mal wieder die Mappe lüften und ein wenig bei einer Tasse Kaffe über Bilder und Ideen plaudern.

Mittlerweile kommt es ja eher selten zu direkten Begegnungen mit Artbuyern und Kreativen.

99% der Fotografenauswahl findet ja übers Internet statt, sich gegenüber zu sitzen ist mittlerweile eher die Ausnahme, als die Regel geworden.

Nicole und der CD Oliver Hilbring, der übrigens ein grossartiger Illustrator ist, wollten schon vor längerer Zeit einen Kaffee Job mit mir machen.

Leider kam der nicht zustande, daher verabschiedet ich mich von den beiden mit der Bemerkung, ich hätte noch einen Kaffee bei ihnen gut.

Es ist eher nicht die Regel, dass auf ein GO SEE sofort ein Job folgt.

Daher war ich positiv baff, als Nicole mich ein paar Tage später anrief und mir sagte, sie hätte da einen Kaffee (Job) für mich.

Eilles Kaffee um genau zu sein. Ich war mir lange nicht sicher, wie spricht man das überhaupt aus.

Schon in der Kalkulationsphase für diesen Job war klar, CGI schlägt in Qualität, Preis und Möglichkeiten Setbau oder Location um Längen.

Ich hatte ja im letzten Jahr mit den Jungs von Pixology ein paar sehr aufwändige freie Produktionen mit CGI Anbindung gemacht und die Artdirektorin fand diese Arbeit so glaubwürdig, dass ich den Zuschlag bekam. 

Melanie Drechsler, die ausführende, wirklich nette ADÖSE, sagt mir während des Shootings, sie hätte sich meine Arbeiten genau angesehen und obwohl sie ganz klar wisse, dass meine  Bilder heftig manipuliert sind, erschienen sie ihr so glaubwürdig, als wären sie in einem Stück aufgenommen.

Was für ein tolles Kompliment und was für eine schöne Begründung für eine Buchung.

Das Shooting war dann auch eher ein Puzzleshooting von Teilen, die erst später bei Pixology  zu einem Bild werden.

Ich könnte jetzt noch über die Veränderung der Fotografie, vom Fotografieren zum Bilder erzeugen, philosophieren, das erspare ich dem Leser lieber.

Es ist immer wieder seltsam, wenn man nur noch Einzelteile fotografiert und diese dann während es Shootings permanent ins Layout eingesetzt werden, um zu überprüfen, ob aus den banal aussehenden Teilen am Ende auch ein schickes Bild werden kann.

Das erfrischendste an dem Tag war unser Modell Quila, gebucht über Procast

Quila kam rein, in Doc Martens, mit zerschundenen Kinderkien (sie hat auf einem Open Air, nicht mehr ganz nüchtern den Waldboden unterschätzt, wie sie mir erklärte) und rockigem Outfit.

Auf die Frage wie man zu dem Namen Quila kommt sagte sie nur: „Den Namen bekommt man, wenn der Vater Punker ist (ihr Vater hat ihr erklärt, Quila sei der weibliche Mars… mhm?!) Nette Idee, wobei ich nix googlen konnte, was  Sinn ergibt oder diese These stützt. Egal, wir wollen mal nicht so kleinlich sein.

Wie dem auch sei, als Quila dann von Karina angehübscht worden war und Andrea ihr als erstes Outfit ein senfgelbes Etuikleid übergeworfen hatte, ging ein Raunen durch das Studio.

Aus dem rotzigen Backfisch war eine kleine Audrey (Hepburn oder Tautou, beides passte) geworden.

Sie war einfach unfassbar entzückend, ein wenig verpeilt, aber das machte sie nur noch liebenswerter.

Ich muss zu guter Letzt noch ein Lob an meine Stilistin Andrea Kadler loswerden.

Entgegen dem eindeutigen Briefing von mir und der Artdirektorin mit Farben wie schlamm, grau, braun etc….. kam sie zusätzlich mit vielen von mir im Vorfeld eindeutig abgelehnten Farben an. 

UND

hatte sowas von Recht mit ihren, wie soll ich sagen, Kleid gewordenen Einwänden gegen meine Einfältigkeit.

Wie sagt man so schön:

„Schuster bleib bei deinen Leisten“, es braucht dann aber auch solche Profis, wie Andrea, um das einzusehen.

Quila haben wir mit  einem  Kleid bestochen, damit sie  uns Ende des Monats für eine kleine freie Modeproduktion zur Verfügung steht.

Ich freue mich schon auf sie und werde berichten.

Ich hol mir jetzt erst mal einen Kaffe, Pixology macht den Rest.