Es werde Licht, meine Begegnung mit dem Briese Focus.2 115

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Es werde Licht, meine Begegnung mit dem Briese Focus.2 115

Meine Liebe zu Brieselicht begann vor ca. 20 Jahren mit dem Focus 77.

Seitdem habe ich unermüdlich, immer wenn ich Geld übrig hatte, Brieselicht gesammelt.

Wenn heute Assistenten zum ersten Mal in mein Lager kommen, dann herrscht immer erst einmal betretenes Schweigen, gefolgt von der Frage: “ Gehört das alles Dir?“

Ja, ich bin ein Briesesammler, andere haben ein dickes Auto, ich habe dickes Licht.

Wobei mein Auto jetzt schon so alt ist, dass ich wohl oder übel mal über ein Neues nachdenken muss.

Als ich damals das erste Mal einen Briese Focus Schirm sah, war ich von der Logik dieser Reflektoren quasi umgehauen.

Andere Firmen bauen auch Reflektoren, aber im Vergleich zu Briese gehören sie für mich eher in die Kategorie „mach hell“.

Briese gehört zur Kategorie „mach Licht“.

Zur Erklärung in Kürze, soweit ich das kann, das Besondere an allen Briese Reflektoren ist die frei auf einem Tubus im Reflektor sitzende Blitzröhre.

Bei allen anderen Firmen, so sie nicht von Briese geklaut haben, sitzt die Blitzröhre ganz unten im Reflektor, das bedeutet, das meiste Licht der Blitzröhre geht nach vorne, ohne den Reflektor zu nutzen, raus.

Bei Briese Licht sitzt sogar über der Blitzröhre eine Metallkappe, um das Licht zu 100% über den Reflektor zu leiten.

Bei den Briese Focus Schirmen kann man zudem die Stellung der Blitzröhre im Reflektor über die Verschiebung des Tubus, auf dem sie sitzt, noch verschieben. Dadurch wird das Licht  mal weicher, mal härter.

Wie oft ist es mir weltweit bei Shootings passiert, dass die Artdirektoren auf  ein erstes Testbild schauten und sagten: „WOW“!

Wie knackig, sonnig klar und moduliert ist das denn?!

Mir ist es dann immer wieder eine grosse Freude zu sagen:“Briese eben“!

Nein dieses ist kein gesponserter Blog der Firma Briese.

Ich bin ein Verfallener aus Überzeugung.

Ja

Jutta Briese (sie ist Schuld, dass ich heute dem Yoga  verfallen bin. 2 Jahre hat sie auf mich eingeredet, doch mal am Samstag in die Briesestudios zum Yoga zu kommen. Steter Tropfen höhlt den Stein) ist eine liebgewonnene Freundin von mir.

Ja

Hawe Briese auch.

Geschenkt!

Nein, nein und nochmals nein, ich bekomme Morgen kein Briese Überraschungspaket, noch nicht einmal Rabatt.

Juttas Prinzip ist, behandele alle gleich.

Ich kann damit leben.

Wenn ich im Ausland erzähle, dass die Brieses Freunde von mir sind und wir jeden Samstag zusammen Yoga  machen, dann sind die Kollegen um mich herum total verwirrt.

Brieselicht hat weltweit einen Klang wie Porsche, Maserati, Rolls Royce ….

Steven Spielberg, Steven Meisel, Peter Lindbergh und viele andere Grössen der Film und Fotowelt arbeiten mit Brieselicht.

Germanys next Topmodel benutzt Briese immer als Deko, ja Herr Schuller arbeitet auch mit Brieselicht

Das hinter dem Namen Briese eine einzelne Person steht, ist für die meisten nicht fassbar.

Das ich mit diesen Herrschaften befreundet bin ist für die Kollegen, als würde ich mit Barack Obama oder der Queen zu Abend essen.

Ich vergesse den Nimbus der von dem Namen Briese ausgeht immer, wenn ich die Beiden in den Briese Studios sehe.

Wenn Hawe  in seinen Birkenstocks durchs Studio schlurft hat das so gar nichts von dem „berühmten “ Herrn Briese.

Eher was von Papa Schlumpf wie meine Assistentin zu sagen pflegt.

Was soll ich sagen, Jutta und Hawe sind total bescheiden, geerdet, liebenswert, immer hilfsbereit, fürsorglich….

Hach, ich könnte jetzt noch die ganze Seite mit ihren positiven Eigenschaften füllen, aber es geht ja um etwas anderes, ich schweife ab.

Liebste Jutta, ich weiss du wirst jetzt ein wenig verlegen, aber das musste einfach mal gesagt werden. Sorry!

Eine der besonderen Eigenschaften von Hawe bei der Entwicklung neuer Reflektoren ist, dass er früh Fotografen in die Entwicklung einbezieht.

Er lädt Kollegen in sein Studio ein und gibt Ihnen die neue Lampe mit allen nötigen Erklärungen in die Hand und lässt sie machen.

Ich hatte das Vergnügen einer davon zu sein.

Wie gesagt, ich kenne tatsächlich alle aktuellen Briese Schirme vom arbeiten.

Nun also der Focus.2  115  mit elektrischer Fokussierung  über Fernbedienung.

Ich musste Hawe ob des Fernbedienung Schnickschnacks erst mal foppen, das schien eine echte Männerspielerei zu sein.

Schien!

Beim Shooting habe ich dann Abbitte geleistet, denn es ist einfach grossartig vom Kamerastandpunkt aus das Licht millimetergenau einrichten zu können und der Focus.2 will millimetergenau ausgerichtet werden.

Das Licht ist zickig, einfach mal aufstellen und „schick ist“ geht nicht.

Geht aber eigentlich mit keinem Briesereflektor, wenn man dem Licht gerecht werden will.

Was kann er denn der Focus.2 115 ?

Die „alten“ Briese Schirme haben alle eine durchgängige Bespannung, hart oder weich, mit dem Fokustubus kann man linear das Licht in seiner Härte verändern.

Der Focus.2 ist anders.

Als erstes fällt auf, der Schirm ist viel tiefer als die gängigen Focus Schirme. Eher wie ein aufgeblasener 77er, der ja  auch schon ein ungewöhnlich tiefer Schirm in der alten Focus Reihe war.

Dann, wenn man in ihn hineinsieht, bemerkt man 2 verschiedene Oberflächen im Zentrum, hart glänzend und  am äusseren Rand  gecrashed soft.

Ein Test machte für mich nur dann Sinn, wenn am Ende des Tages ein paar verwendbare Bilder herauskommen.

Also habe ich mir ein Editorialthema ausgedacht und ein Team zusammengestellt.

Andrea Kadler für Styling, Udo Farnschläder von Blossommangament für H&M

Als Modell kam Sophie und nicht zu vergessen meine neue Junior Assistentin Lumen.

And now, Licht an und…..

WOW!

Das war tatsächlich neu.

Udo schaute auf das erste Beauty mit Sophie und war schockverliebt in das Licht.

So gute Haut, im unretuschierten Zustand hatte er eigentlich noch nie gesehen.

Zum mitschreiben, mit nur einer Lichtquelle!

Wir alle hatte das Gefühl, hier wirklich ein neues , besonderes an Licht am Start zu haben.

Dieses Licht lässt sich  ganz wunderbar fliessend modellieren, kein Vergleich zu den alten Focusschirmen, die alle noch ihre Berechtigung haben.

Mit ein wenig mehr Fokussierung leuchtet die Haut ohne trocken zu erscheinen. Erscheint sie einem zu hart, kein Problem, Focusrohr mit der schicken Fernbedienung ein wenig rausfahren und è voila alles ist fein.

Die gleiche Reaktion wie bei Udo bekam ich von Glamtouch, denen ich die Bilder zum anhübschen vorbeigebracht habe.

Patrick, der Chef, war ganz baff von der Brillanz und wie er sagte, Füllung des Lichts.

Bei den Beautys haben wir, um keinen Reflex in den Brillengläsern zu haben, das Licht extrem hochgestellt, trotzdem schaffte der Schirm soviel Schattenaufhellung (Füllung), dass keine Aufhellung von unten gebraucht wurde.

So weit, so gut.

Als ich  nach dem Shooting mit Hawe durch die Ergebnisse des Tages ging und anmerkte, dass ich mir einen etwas längeren, sensibleren Modulationsweg bei dem Schirm wünschen würde, denn der Weg zwischen hart und weich sei mir persönlich ein wenig zu eng, da sagte er spontan:“ Ok, habe ich auch schon drüber nachgedacht, gute Anmerkung, bau ich.

Lass uns den dann beim nächsten mal testen“.

So ist Hawe, gut ist einfach nicht gut genug für ihn.

Ich freu mich auf den nächsten Test.