Einfach mal abhängen im Blood Orange East

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Einfach mal abhängen im Blood Orange East

Es hat lange gedauert, wie ich finde zu lange, aber endlich war es mal wieder soweit.

Meine schönste Kreativspielwiese TV Digital rief an, um eine neue Produktion mit mir zu machen.

Das Thema „Youtube Stars“

Youtube 

WAS?!

Ich bin A-B-C ja sogar D Promis gewohnt, aber was bitte sind Youtube Stars?

Und wichtiger noch, sind das Stars?

Bekomme ich da etwas, was die Welt zu bewegen scheint nicht mehr mit?

Werde ich jetzt alt?

Kurz vor Start dieser Produktion habe ich noch vollkommen irritiert die Berichterstattung über den Kinostart des Films „Kartoffelsalat“ im Fernsehen gesehen und mich über das Interview von  lefloid mit Angela Merkel fremdgeschämt.

Ich hab mir dann mal interessehalber die Youtube Channels meiner Kandidaten angesehn, meine Freundin sass neben mir und wurde genau wie ich beim Zusehen schon nach 2 Minuten ganz wuschig. Ein Duracell Häschen auf reinstem Koks ist dagegen ja ein Komapatient.

Über Inhalt wollen wir lieber gar nicht reden. Plötzlich war mir klar, warum das Dschungelcamp für den Grimmepreis nominiert werden  konnte.

Die Recherche bei meinen Nichten und Neffen war eher so lala, mein Neffe Lennard antwortete mir auf die Frage, ob er ein Autogramm von DAGI BEE oder Emrah oder Sven haben wolle lakonisch: „Danke der Nachfrage Det, das ist lieb, dass Du fragst, aber das brauche ich nicht.“

Bianca, die Tochter meiner Agentin Tina B von Double T reagierte schon ein wenig anders.

„OMG ICH WILL ZU DAGI“ Den anstehenden Urlaub auf Ibiza hätte sie am liebsten ausfallen lassen, um bei uns und DAGI BEE in Berlin zu sein.

Am Ende des Shootings war Dagi dann so süss und hat auf mein Bitten für ihren Fan Bianca eine persönliche Grussbotschaft per Selfie Video aufgenommen.

Die Reaktion kam per Ton WhatsApp und war beeindruckend.

Zurück zum Anfang.

Ich liebte es bisher in Berlin zu produzieren, die Stadt ist voller grossartiger Locations für jeden Zweck und die Locations waren bislang bezahlbar, auch für redaktionelles Budget.

Das hat sich seit Hollywood Berlin für sich entdeckt hat geändert.

Mein Locationscout in Berlin Andreas May, wäre fast verzweifelt.

Obwohl wir auf den Locations nur sogenannte Backplates (Hintergrundbilder) für ein Composing schiessen wollten, riefen die Locationgeber Preise auf, als wären wir Steven Spielberg oder Ridley Scott.

Alle Erklärungen Seitens Andreas May, wir würden doch nur mit einer Kamera und einem Stativ, ohne grossen Bahnhof ein bisschen Architekturfotos machen, halfen nichts.

Zumal RTL mit seinem Sommer Dschungel Camp direkt eine Woche vor uns unsere favorisierte Location nutzte. 

Am Ende haben wir zwar viel zu viel bezahlt, aber wir haben unser Bilder bekommen und der Tag war aufregend und heiss.

Wie wunderbar doch ein Schluck einfaches, warmes, labbriges Mineralwasser bei 40° Celsius auf einem bitumengedeckten Dach schmecken kann.

Wahnsinn!

 

Ich liebe es in Berlin im Motel One am Spittelmarkt abzusteigen.

Ja! Motel One, ich steh dazu. Ich mag den McCaffee Charme dieses Hotels und direkt gegenüber vom Hotel ist ein Vietnamese. Riesiges Restaurant, tolles Essen und immer leer.

So auch diesmal.

Es war heiss, also beschlossen wir auf der Terrasse zu essen.

Das Restaurant hatte wohl nur die Sommer Besetzung am Start.

Im Laden lief Uralthouse (Ruth meinte, die Songs seien mindestens 10 Jahre alt) mit vietnamesischem Singsang. Sehr speziell, sehr laut.

Die Kellner hatten grossen Spass, Zeit hatte sie ja auch, wir waren  die einzigen Gäste.

Als ich dann höflich sein wollte und dem Kellner sagte: „Ich weiss, Sie mögen ihre Musik sehr, das sehe und schätze ich auch, aber wäre es vielleicht doch möglich, die Musik ein wenig leiser zu machen, ich kann mich gar nicht unterhalten.“

Schaute er mich lächelnd an und fragte: „NACHTISCH!“

Ruth legte dann ihre Hände an die Ohren und sagt: “ Laut bumm bumm aua.“

Der Kellner: „Ah, Musik zu laut? Ok, mache leiser.“

Schon war die Musik gedimmt und die armen Kellner hatten deutlich weniger Spass.

Sorry Jungs, kellnern ist nicht Ferienlager.

Ach ja, noch mal zum Motel One.

Ruth und ich, wir hatten natürlich unsere Yogamatten mit, weil ich Ruth eine Runde Yoga versprochen hatte. Was wir nicht wussten, Motel One hat keinen Konferenzraum oder gar ein Fitnessraum und die Zimmer reichen gerade zum Sonnengruss alleine, nicht zu zweit.

Aber!

Frau Lenz von der Rezeption war einfach sweet, sie meinte Yoga müsse sie unterstützen, daher gab sie uns den Schlüssel für ein leerstehendes, wirklich riesiges Zimmer, mit der Ermahnung, nicht aufs Bett und nicht aufs Klo zu gehen!

Haben wir auf nicht gemacht.

Aber ich konnte Ruth ein wenig quälen.

Danke Frau Lenz, sie sind super

 Die nächsten Zwei Tage ging es nun daran, die Hintergründe mit den Protagonisten zu füllen.

Unser Studio war das Blood Orange East Studio.

Der Name ist schon mal grosses Kino und passte in unser Tagesprogramm.

Einfach mal ein paar junge Menschen aufhängen.

Diesen speziellen Job machten aber nicht irgendwelche „Rigger“, sondern, 10 Jahre Tv Digital mit diversen Action Produktionen sei Dank, die Jungs vom Perfect Action Team, welche im Lauf der Jahre gute Freunde  geworden sind.

Perfect Action arbeitet eigentlich für Filme wie Mission Impossible, James Bond, Inglorious Bastards,……… Meine Jungstars waren also in den besten  Händen.

Weil alle sooooooo gejammert haben, haben wir vom Team dann den Selbstversuch gewagt und uns am Ende des Tages mal selbst in Gefahr begeben.

Ich muss zugeben, ich habe schon häufig geriggte Menschen fotografiert, es aber nie selbst ausprobiert, so dass ich nicht sagen, konnte ob sich die Jungstars anstellten oder nicht.

Versuch macht klug.

Nun wir alle, die wir uns haben abhängen lassen, kamen zu der am eigenen Leib erlebten Überzeugung, da hätte man durchaus weniger jammern dürfen.

Und das nächste mal Ruth, kneifst Du nicht.

Eines hab euch aber wieder mal gelernt, jenseits ihrer sicheren Box Youtube waren alle „Künstler“ einfach nur junge Leute mit einem gehörigen Respekt vor der ihnen gestellten Aufgabe, super nett und Gott sei Dank, gar nicht allürig.

Dabei  unfassbar schnell  im verbreiten ihrer Erlebnisse auf allen Kanälen. Dagi gab permanent irgendjemandem vom Team ihr Handy und  sagte: „Nur da drauf drücken und filmen bitte, ist alles schon voreingestellt, Du musst nichts mehr machen.“

Zwischendurch machte sie laufend Selfies und Making of Fotos und postete alles  quasi in Echtzeit, bei Snapchat, Facebook, Instagram…… Selbst als die Fotochefin sie bat, von wegen Geheimhaltung, doch bitte dieses oder jenes erst abzusprechen, bevor es online ging, huschte sie schnell mal aufs Klo und wir konnten auf unseren Handys in ihren Netzwerken sehen, ooooops she did it again.

Willkommen in der schönen neuen Welt.