Mister One-Take-Wonder oder Herr Schweiger schweigt

Mister One-Take-Wonder oder Herr Schweiger schweigt

Es gibt wenige Dinge, die mich immer mal wieder kurzfristig unter Stress setzen.

Making ofs  gehören definitiv dazu.

Kaum hatte ich für die BILD ein wirklich schönes, aufwändiges Shooting realisiert, (die Geschichte erzähle ich nach dem 3. Oktober, vorher habe ich  gelobt darüber zu schweigen. Ja, es fällt mir schwer, aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben) rief Heidi von der Bildredaktion an und bat mich, ein „Making of“ von der  Aktion #refugeeswelcome  mit Til Schweiger zu fotografieren.

Wie schon erwähnt, ich  bin kein Fan von „Making ofs“, wenn ich sie fotografieren soll.

Aufwändige, grosse, komplizierte Sets sind für mich total entspannt, denn da bin ich mein eigener Herr auf meinem Set.

Wenn ich aber im Hintergrund an Allen anderen vorbei als potentieller Störenfried arbeiten muss, dann leide ich. 

Nun denn, bei Til wollte ich mal nicht so zimperlich sein, schliesslich war unser letztes gemeinsames Shooting schon ein paar Jahre her.

Der Name Til Schweiger brachte sogar meine liebe Assistentin Ruth dazu ohne Budget mit zu kommen.

Denn „Making ofs“ sind nicht gerade die Budget-Burner für Fotografen.

Was soll ich erzählen?

Til kam ins Studio, müde (er hat bis morgens um 6:00 Uhr Nachtdreh beim Tatort gehabt), schlabberiges T Shirt, Filzpantoffeln, scheinbar nölig (den Eindruck erweckt er bei mir immer, war beim letzen Mal auch so).

Kaum war er angekommen, hat er höchstkonzentriert mit jedem einzelnen am Set geklärt wer er ist und was seine Aufgabe bei dem Projekt ist.

Til klärte kurz und knapp , wie sag man so schön „open mindet“ mit mit allen Beteiligten am Tisch, was die beste Auflösung für den Clip sein könnte.

Schon stand er  vor der Kamera.

Der Schweiger schweigt 60 Sekunden lang still präsent in die Kamera, um dann am Ende genau einen Satz zu sagen.

Es brauchte genau 1 Take und alles war im Kasten.

Ich hatte kaum Zeit meine Fotos zu machen 

Es ist immer wieder faszinierend wie exakt Til wenn’s drauf ankommt, auf den Punkt kommt und wie wenig Gnade auch nur das geringste „Rumgeeiere“ bei ihm findet.

Ruth war begeistert und ich auch!

Mal wieder.