Ein tanzender Bart vor der Linse, mein Tag mit Tamara Gräfin von Nayhauß

Ein tanzender Bart vor der Linse, mein Tag mit Tamara Gräfin von Nayhauß

Ich liebe Homestorys!

Besonders wenn ich den Luxus zugestanden bekomme, 2 Tage für eine Geschichte zu haben.

Warum darf ich die eigentlich so selten machen?

Mein letze Homestory für die GALA war vor gefühlten Ewigkeiten mit Kamyar Moghadam in Monaco.

Diesmal ging es in den Grunewald nach Berlin.

Tamara Gräfin von Nayhauß.

Wer?

Ja, ja, ich weiss, ich fotografiere „Promis“, hab aber meist gar keine Ahnung wer das ist, auf den ich losgelassen werde.

Nun ihr Vater ist der berühmte Mainhardt Graf von Nayhauß, der gerade seine Autobiographie herausgebracht hat.

Sie ist Moderatorin mit Schwerpunkt Adel/Unternehmer  für  das ZDF.

Soweit so gut. Eine Gräfin von – also.

Spannend!

Wenn ich eine Homestory machen darf, dann will ich auf keinen Fall mit den üblichen Motiven ankommen.

Ich versuche etwas Ungesehenes zu schaffen, etwas was nicht nur Spass zu schauen macht, sondern auch etwas, was die Person fernab von unserem Klischee über sie zeigt.

Kamyar Moghadam habe ich davon überzeugen können, mit Anzug in  seinen 14 Grad Celsius kalten Pool zu steigen. Mein lieber Kamy ich ziehe noch Heute meinen Hut vor Dir. Es war aber auch ein  tolles Bild.

 

Kamyar Moghadam Homestory

Moghadam Homestory

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für Frau Gräfin hatte ich ein schönes Moodboard zusammengestellt mit vielen, gar nicht gräflichen Ideen. Als ich es Margit Moenikes der Fotochefin von der GALA schickte gab sie mir die Telefonnummer von Tamara  mit den Worten rede mal mit ihr und verkauf ihr Deine Ideen, das kannst Du selbst am besten.

Margit meint ich sei ein „Selbstläufer“, also lief ich los.

Wie gesagt eine Gräfin.

Auch ich habe Vorurteile und Klischees im Kopf.

Es war ab Sekunde 1 ein ganz ganz zauberhaftes, witziges, authentisches, offenes, fast schon privates Telefonat mit ihr.

Tamara wollte auf gar keinen Fall das Klischee der Gräfin bedienen.

Schräge Ideen, her damit so ihre Devise.

So war es dann,  als wir uns am Vortag des Shootings trafen, als würde ich ein gute Bekannte treffen.

Ich musste ihr direkt den Beleg für die Pizza zum Mittag abnehmen, sonst hätte Tamara uns noch zum Essen eingeladen, obwohl das Sache der Redaktion ist.

Nein hier geht es nicht ums Geld sondern um das Prinzip das der, der das Magazin mit seiner Geschichte hübsch macht eingeladen wird und nicht umgekehrt.

Wir hatten jedenfalls einen Heidenspass zusammen amüsante Bildideen zu entwickeln.

Zudem konnte ich auch noch Sonja Shenouda von Bigoudi auf diesem Shoot buchen, was die Sache abrundete.

Ich frage mich was ist das, ich erlebe das jetzt schon zum zweiten mal, wenn die Menschen mich in ihr Haus lassen, dann scheinen sie sich zu entscheiden, sich auch wirklich  zu zeigen.

Da ist dann nichts gespieltes mehr, da ist man plötzlich so privat als würde man sich schon ewig kennen.

Ab Mittag war dann unserer Ruhe vorbei.

Max und Louis kamen an.

Herrlich echte Kids.

Max ganz ruhig und Louis der jüngere kaum zu bändigen.

Arme Tamara, Du weisst ja  es ist nicht jeden Tag  Shooting und morgen wird wieder durchgegriffen, ganz bestimmt.

Shootings sind einfach die  Pest für Erziehungsgrundsätze.

Ich liebe echte, daher in manchen Situationen eben unperfekte Kinder, auch wenn Mütter das anders sehen.

Ich kann ja nach ein paar Stunden auch wieder gehen.

Was soll ich sagen.

Max dachte er könne mich mal eben am Kicker abziehen, schaffte es dann doch nur zu einem Unentschieden, was ihn direkt verwunderte, gerade weil ich ihm die ersten 5 Tore abnahm.

Ok hätte auch schiefgehen können, meine Kickerzeit ist Ewigkeiten her.

Ich weiss es ist armselig aber ich war schon ein wenig Stolz auf mich, nach so langer Zeit.

Das schönste war dann aber, das Louis vor unserem letzten Motiv dann erst mal verschwunden war.

Weg, nicht aufzufinden. In Luft aufgelöst. 

Keiner hatte es bemerkt.

Luis hatte entschieden ein wenig Versteck zu spielen.

Ich hatte Spass.

Tamara weniger.

Kann ich verstehen.

Aber hey das ist genau das, was ich so toll finde.

Nur weil einFototeam aufkreuzt und sich wichtig macht, muss das nicht für alle gelten.

Mir sind solche Kinder viel ,viel lieber als dressierte Äffchen, wie ich sie mal in USA auf einem Modeshoot für Lacoste erlebt habe.

Louis tauchte ja auch schnell wie drauf, hielt mir noch sein Bockwürstchen vor die Linse, bis ich ihm die Hälfte davon abbiss.

Dann waren die beiden  für das Foto höchstkonzentriert.

All die „verlorene“ Zeit haben wir dadurch mehr als aufgeholt.

Zum Abschluss dann ein Schluck ….

 Ca dei Frati mein absoluter Lieblingsweißwein.

Als ich Tamara das erzähle drückte sie mir eine Flasche davon als Abschiedsgeschenk in die Hand

Dabei hätte ich ihr doch was schenken sollen, für diesen Tag.