Alle raus aus meinem W-Lan! Bildgirl Shooting 2017

Wenn ein Kunde sagt: “Es war toll mit mir zusammen zu arbeiten“, ist das ein schönes Kompliment.

Wenn dieser Kunde wiederkommt und mit mir das gleiche Projekt ein zweites Mal macht, dann glaube ich ich ihm sein Kompliment.

Jedenfalls buchte mich der Fotochef der Bildzeitung auch in diesem Jahr für das grosse Bildgirl Shooting.

Christian war ganz aus dem Häuschen. Diesmal sollte es richtig schön werden.

Ziel Mexiko.

Sigrid, eine Mitarbeiterin bei der mexikanischen Botschaft in Berlin, wollte ihm dabei helfen, die passende Location zu finden und die organisatorischen Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Davon gab es mehr als genug.

Ein unerwartet grosses Problem bei der Locationfindung war der Umstand, dass wir Nacktaufnahmen machen wollten. Bildgirl und Playboy halt

Es hagelte Absagen, weil die meisten Resorts und Hotels in Mexiko ein amerikanisches Management haben und die Amerikaner sind ja eher prüde.

Am Ende gab es dann doch eine schicke Lösung.

(Liebe Sigrid, danke für den Support und den Tanz, dank Dir und einer nicht unerheblichen Menge besten Tequilas weiss ich , dass ich Salsa tanzen kann).

Location: 5 Sterne EcoResort, Kanxuk, Tulum klingt super, war es auch!

Ein paar Tage Licht, Wärme und Sonne waren genau das, was ich brauchte, zumal neben Christian, Tatjana und Manu von der Bild, Ruth, Karina und Tina mit dabei waren.

Quasi ein Familienausflug in die Sonne.

Es kam noch besser, denn diesmal gab es eine Produktionsfirma vor Ort, welche Ruth 2 Local Assistants an die Seite stellte.

Schon am Flughafen beim ersten Aufeinandertreffen mit meinen Modellen war klar, die Ladies in diesem Jahr waren auf den ersten Blick, wie soll ich sagen……

Ich sag es mal mit den Worten meiner Assistentin

NICE

Soweit die guten Nachrichten. Nun der Haken, wenn man so will.

5 Tage, 3 Shootingtage, Shootingtag 1 direkt nach Ankunft.

Einzelzimmer Fehlanzeige, das Resort war so klein, dass es einfach nicht genug Zimmer gab, um jedem sein eigenes Zimmer zu geben. Ich bin kein Fan davon mein Zimmer zu teilen, gerade wenn ich den ganzen Tag für andere da sein muss.

Aber wer braucht schon ein Zimmer für sich, wenn er eh die ganze Zeit draussen ist.

Der Familienausflug wurde wegen der vielfältig geplanten „Crosspromotion“ wie das so schön heißt von

1 making of Fotografen

1 making of Kameramann von der Bildzeitung

1 making of Kameramann von Sat1

medial begleitet.

Rundum Beobachtung war also sichergestellt.

Los ging´s

Wäre die Sache mit dem W-Lan nicht schon vor Ort ein Running Gag gewesen, hätte ich dem Blogartikel dem Titel „Schlaflos im Paradis“ gegeben.

Tulum liegt ja nun nicht gerade ums Eck.

Als wir in Cancun gelandet und aus dem Zoll waren, war es 22.00 Uhr  Ortszeit. Die Mexikaner beim Zoll haben es mit uns aber auch sehr, sehr genau genommen  und der making of Kameramann von der Bildzeitung hatte jedes Kabel und jeden Chip auf seinem Carnet vermerkt und durfte auch alles vorführen.

Ja, ich hatte ihn danach total lieb ;-(

Da saßen wir alle nun ziemlich verloren und müde auf dem Parkplatz vor dem Flughafen und warteten quasi „auf Godot“ .

Ich hatte im Anflug spontanen Leichtsinns meine Jacke in den Koffer gepackt, der sofort in einen Kleinbus eingeladen wurde, der dann auch sofort davon fuhr.

Mir wurde so langsam kalt, Mexiko bei Nacht ist dann doch für Mimosen wie mich eher Pullover Wetter.

Wir warteten und warteten und warteten…….

Menschen kamen, diskutierten, gingen.

Andere Menschen kamen zurück, diskutierten…….

Die Zeit verrann 1 Stunde, 2 Stunden, ein Bus kam, wir stiegen alle in den Bus ,stiegen wieder aus. Der Bus fuhr weg, wir warteten und warteten und warteten…….

Bleierne Zeit trifft bleierne Müdigkeit.

Ich bewundere Menschen, die egal wo, einfach schlafen können, ich kann das leider nicht. 

Irgendwann kamen dann doch noch 2 Kleinbusse und nahmen uns mit.

Endlich dachte ich, schon vor Müdigkeit schielend, jetzt ist es bald vorbei und ich kann wenigstens noch 4-5 Stunden schlafen, bevor es losgeht.

Ich bin aber auch so ein Träumerle manchmal. Die Busfahrt schien unter dem Motto die Ewigkeit und ein Tag zu stehen, sie wollte einfach nicht zu Ende gehen. Es war kein Licht am Ende des Tunnels in Sicht.

Gegen halb 4 oder so war die Ewigkeit vorbei und wir im Resort angekommen.

Spontan fühlte ich mich ein wenig wie bei GNTM wenn die Mädels in der Shootingvilla verteilt werden. (das war auch fast schon der einzige „Zickenmoment“ den ich erlebte, die Mädels waren echt entspannt diesmal. Das sieht man mal wieder, wie sehr wir von äußeren Umständen geprägt werden, Sonne, Palmen und Meer sind aber auch ein echter Entspannungstrigger).

Ich sah mir das Spektakel nur kurz an und war raus .

Einmal nur kurz in die Waagerechte um ein Knochen zu lockern, dann sollte losgehen.

Aus der dunklen Kälte Hamburgs kommend, war der erste Morgen in Canxuk für mich wie Coffein intravenös.

Sonne, Strand, Wind, Wärme und ein ganz wunderbares, schmeichelndes Licht.

Ich war einfach mal wach gebeamed.

Pünktlich waren die Producer von Trigger Project Marco und Adrian, sowie meine beiden Licht und Equipment Assistenten Paco und Ernesto, mit Spitznamen Erni, am Start.

(wie kann man sich den Spitznamen Erni geben, war Paco in Wirklichkeit Bert und wir waren in der Sesamstrasse gelandet?)

Wir werden es nie erfahren. Wir hatten einfach nur Spass.

3 Tage Shooting in tiefentspannter Atmosphäre bei bestem Licht mit liebenswerten Menschen.

Was hat das alles mit dem W-Lan zu tun?

Nun, unser Resort war so weit weg vom Schuss, dass es keinen „normalen“ Telefonempfang gab.

Alle Kommunikation ging hier über einen einzigen W-Lan Router. 22 Menschen mit einem großen Kommunikationsbedürfnis teilten sich 1 W-Lan Netz. Die Leitung war dementsprechend W-LAHM. Wäre ja im Prinzip egal gewesen, aber ich musste am „Playboy Tag“ immer wieder große Datenmengen zu meiner Postproduktion nach Hamburg schicken. Wir waren mit der Playboy Produktion eigentlich schon weit über Heftschluss, so dass Glamtouch für unser Produktion eine Sonder-Nachtschicht fuhr, damit die Daten so schnell wie möglich nach München kamen.

Wenn dann alle im W-Lan surften, dann brach mein Datentransfer permanent ab.

Daher mein Schlachtruf : “ALLE RAUS AUS DEM W-LAN“.

Am Ende hat alles geklappt. Produktion fertig,

1 Tag Zeit für das Touristenprogramm, Mayapyramiden, schwimmen in der Dschungelgrotte, abseilen im Dschungel, lecker essen gehen.

Es hätte alles sooooooo schön sein können, ich hatte die Rundumbeobachtung fast überstanden und dann passiert mir der Patzer.

Oh au, aua, ich mach das doch nicht erst seit gestern.

Menno!

Maria, eines der Modelle konnte nicht schwimmen und ich hatte sie ohne es zu wissen schon am ersten Morgen in eine für sie wohl furchtbare Situation gebracht, als ich sie in der Brandung liegend posen ließ. Die Wellen fuhren mit ihr Achterbahn und sie ließ es tapfer über sich ergehen ohne sich ihre Angst vor Wasser anmerken zu lassen.

Ich hatte ein echt schlechtes Gewissen.

 

Da  stand sie nun am Rand der Grotte und erzählte mir, sie könne nicht schwimmen. Die Atmosphäre in der Grotte war so schön, ich wollte Maria nicht außen vor lassen lassen, (ich hatte ja auch etwas wieder gut zu machen) sie sollte auch die Möglichkeit haben, die Grotte zu genießen.

Also schlug ich ihr vor, sie Huckepack durch die Grotte zu schwimmen. Wir hatten beide Schwimmwesten an und ich bin ein guter Schwimmer.

Kein Problem, also sie freute sich total.

Tja, das war nun ein Fressen für die making of Kamera von Sat1 und ich DEPP hab aus einem Moment der Unachtsamkeit zugestimmt, mich dabei zu filmen und ein paar Worte zu sagen, “scripted reality“, wie das halt so ist.

Das Ergebnis im Frühstücksfernsehen war dann auch die gerechte Strafe für mich

 

Voiceover:

„Da taucht plötzlich Fotograf Det auf, berufsbedingt hat er ein Händchen für Mädels mit Hemmungen aller Art und macht Maria das Seepferdchen“

 

Was lerne ich daraus?

Eine Produktion ist erst zuende, wenn alle Kameras aus sind.

Never forget! 

In unserer letzten Nacht, bei Salsa und Tequila und beim Baden im Mondschein, da waren dann die Kameras tatsächlich aus.

Danke für die tolle Zeit.